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Thomas Ott
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Seniorenwohnhaus St. Josef in Frankfurt am Main

Der Herausforderung, betreutes und gemeinschaftliches ­Wohnen so zu gestalten, dass es den BewohnerInnen die größt­mögliche Selbstständigkeit erlaubt, stellten sich Waechter + Waechter Architekten 2015. An der Ecke Goldsteinstraße/Kniebisstraße ist so klare und zurückhaltende Architektur entstanden, die persönliche Entfaltung möglich macht.

Das Ensemble umfasst einen in Höhe gestaffelten, drei- bis fünfgeschossigen, U-förmigen Neubau, der einen Innenhof umschließt. Ein Laubengang zwischen den drei nach außen ablesbaren Gebäudeeinheiten verbindet diese miteinander und stellt die Erschließung zu den insgesamt 35 Wohnungen dar. Jeder der drei Gebäudeteile fasst pro Geschoss drei Wohnungen, die sich um den Innenhof herum anordnen. In ihrer Mitte entsteht ein individuell nutzbarer Freiraum, der als Identifikations- und Kommunikationsfläche dienen und so selbstständiges Wohnen in der Gemeinschaft ermöglichen soll.

Eines der unmittelbaren Nachbargebäude ist ein Altenheim, welches ebenfalls von dem angelegten Innenhof profitiert. Ein halböffentlicher Weg zwischen den Gebäuden führt in die park­ähnliche grüne Mitte und gewährleistet so die innere Vernetzung. Die einzelnen Wohneinheiten erstrecken sich entlang des Laubengangs, der Ausblicke in den Hof bietet und gleichzeitig für gute Orientierung sowie eine helle, freundliche Eingangs­situationen sorgt. Kleine Empfangsnischen bilden Begegnungszonen außerhalb der Wohnungen und markieren den Eingang. An der Diele sind Badezimmer und Küche angeordnet, die natürlich über die Laubengänge belichtet werden. Die privaten Bereiche, Wohn- und Schlafzimmer, liegen in der vom Laubengang abgewandten Seite und sind somit vom Innenhof nicht einsehbar. Beide Räume sind mit einer eingebauten Regalnische im Wohnzimmer sowie einer Schranknische im Schlafzimmer möbliert. Die raumhohe Verglasung ermöglicht wunderbare Ausblicke und einen barrierefreien Zugang zu einem groß­zügigen Balkon, der sich über die gesamte Länge der Gebäudeseite erstreckt.

© Waechter + Waechter
© Waechter + Waechter

Die 24 barrierefrei zugänglichen und zehn rollstuhlgerechten Wohnungen werden durch eine Wohngemeinschaft ergänzt. Im Innern des Gefüges kamen nichttragende Trockenbauwände zum Einsatz, welche die Flexibilität der Grundrisse fördern und an die Bedürfnisse der BewohnerInnen anpassbar sind. Tragende Strukturen sind als Stahlbetonwände und -decken ausgebildet, während die Außenwände an den Laubengängen als hinterlüftete Fertigteilkonstruktionen realisiert wurden. Die Herstellung dieser Bauelemente ist, ebenso wie ihr Aufbau, einfach, schnell und wirtschaftlich. Die großen Holzfenster sind mit Senkrechtmarkisen ausgestattet, die sowohl dem Sonnenschutz, als auch der Verdunklung der Räume dienen.

Dem Architekturbüro Waechter + Waechter Architekten ist es gelungen, mit diesem Seniorenwohnhaus einen Ort zu schaffen, in dem der Fokus auf Begegnungsflächen liegt und an dem das betreute Wohnen zu einem gemeinschaftlichen Teil des Lebens wird. Durch abwechslungsreiche Außenräume und die Integration des Gebäudes in seine Nachbarschaft findet eine Wechselwirkung zwischen Umgebung und Ensemble statt und lässt die persönliche Entfaltung der BewohnerInnen ungehindert zu.

Baujahr
2015
Bauherr
Caritas Verband Frankfurt e.V.
Fläche
3.700 m²
Standort
Kniebisstraße 31
60528 Frankfurt am Main
Deutschland
Auszeichnungen
Mehrfachbeauftragung 2012 − 1. Preis

Waechter + Waechter

Waechter + Waechter
Rheinstraße 40-42
64283 Darmstadt
Deutschland

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