Logo des Deutschen Architektur Verlages
Jens Willebrand
© Jens Willebrand
Buch
EBook
App

Stadtquartier Merheim

Auf einem 85.000 m² großen Grundstück im Kölner Stadtteil Merheim entstand im Jahr 2015 ein auf sechs Häuser verteiltes Stadtquartier mit 78 Wohneinheiten, Gewerbe- und Verkaufsflächen, einer Kindertagesstätte sowie einer Tiefgarage als »Dorf in der Stadt«. Die direkte Umgebung des Areals ist durch zahlreiche Zeilenbauten mit eher anonymem Charakter geprägt. Durch den Verzicht der ArchitektInnen auf Zeilenbauten und den Vorschlag mehrerer freistehender Stadthäuser konnte der Wettbewerb zugunsten des Entwurfs entschieden werden. Wege, Gassen, halböffentliche und öffentliche Plätze sowie Geschäfte und Praxen schaffen so die Atmosphäre eines lebendigen Stadtquartiers.

Zur Straße hin orientiert sich das Ensemble über einen öffentlichen Platz mit Angeboten für den täglichen Bedarf. Hier befindet sich zudem eine Haltestelle, die das Areal direkt an den öffentlichen Nahverkehr anbindet. Über den Platz werden entlang einer Magistrale die sechs unterschiedlichen Baukörper mit ein bis fünf Geschossen über Gemeinschaftszonen verbunden. Das Herz des Quartiers bildet ein Kindergarten und der »Dorfanger« als halböffentlicher Platz mit Sitzgelegenheiten und hoher Aufenthaltsqualität als Ort der Begegnung. Bis auf einige Wohnungen im westlichen Bereich, die einen privaten Garten besitzen, werden alle Grünflächen gemeinschaftlich genutzt, was aufgrund der Großzügigkeit der Anlage problemlos möglich ist und den freistehenden Stadthauscharakter des Projekts nochmals unterstreicht. Die Freiräume führen vom öffentlichen über den halböffentlichen Bereich zu den privaten Außenräumen der BewohnerInnen und dienen so gleichzeitig auch der Erschließung. Doch auch die Wohnungen ohne privaten Garten besitzen jeweils einen eigenen Außenbereich in Form einer Terrasse oder eines Balkons. Alle Wege innerhalb des Quartiers werden fußläufig erschlossen, wobei im Bedarfsfall auch eine Befahrung möglich ist. Der ruhende Verkehr findet in einer Tiefgarage Platz, die 83 Stellplätze bietet.

© Jens Willebrand
© Jens Willebrand

Da der Zugang zu den Gebäuden jeweils stufenlos ausgeführt wurde und sich überall Aufzüge befinden, ist das Quartier sowohl für ältere Generationen als auch für junge Familien mit Kinderwagen attraktiv. Durch die Barrierefreiheit soll ein generationsübergreifendes und gemeinschaftliches Wohnen ermöglicht werden und einige Wohneinheiten sind zudem vollständig behindertengerecht ausgeführt. Das Wohnungsangebot innerhalb des Stadtquartiers reicht von Zwei- bis Vierzimmerwohnungen und wird so den meisten Ansprüchen gerecht.

Bei der Fassade entschieden sich die ArchitektInnen für einen einheitlichen Wechsel aus Ziegel- und Putzflächen, wodurch dem Quartier nach außen eine starke Identität verliehen wird. Alle Gebäude weisen Flachdächer auf, die entweder extensiv begrünt oder bekiest sind und im Bereich der Dachterrassen Plattenbelag besitzen.

Alle Projekte von GATERMANN + SCHOSSIG Architekten zeichnen sich durch den engen Dialog mit Investoren und Bauherren aus. Es sollen produktive Lösungen gefunden werden, die im Sinne des material- und energieeffizienten Bauens auch höchste technische und gestalterische Anforderungen erfüllen. Auch durch die frühzeitige Einbindung von FachplanerInnen gestalten die ArchitektInnen so nach eigener Aussage Lebenswelten und fördern die Kommunikation der Bewohnerschaft.

Bauherr
modernes köln Gesellschaft für ­Stadtentwicklung mbH
Fläche
14.900 m²
Standort
Kieskaulerweg 146-152
51109 Köln
Deutschland
Beteiligte
TOHR Bauphysik GmbH & Co. KG

Gatermann + Schossig

Gatermann + Schossig
Richartzstraße 10
50667 Köln
Deutschland

Weitere Projekte