Logo des Deutschen Architektur Verlages
Sebastian Glombik, Hamburg
© Sebastian Glombik, Hamburg
Buch
EBook
App

Studentisches Wohnen am Schellerdamm

Im Gebiet des Harburger Binnenhafens hat sich der »channel hamburg« entwickelt, ein Projekt, in dem die Industrie- und Brachflächen des Gebiets genutzt werden, um neuen Raum für wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung zu schaffen. Einer dieser Bauten, die den Binnenhafen formen, ist das Studierendenwohnheim am Schellerdamm. Der Neubau zeigt sich als einer der Meilensteine des Gebiets und integriert nicht nur durch die Nutzung als Wohngebäude, sondern auch mit Hilfe der Ladenflächen, welche sich im Erdgeschoss zur Straße hin erstrecken, Urbanität in die Region. Auch die ansässigen gastronomischen Betriebe sorgen für die Nahversorgung des Binnenhafens und bieten die Möglichkeit, eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit optimal zu gewährleisten.

Nahe der TU Harburg gelegen, bietet das Wohnheim Plätze für 197 nationale und gut 900 internationale Studierende, wodurch kulturelle, soziale und räumliche Durchmischung möglich und zum Alltag wird.

Der Neubau befindet sich inmitten des Quartiers, direkt angeschlossen an die Quartiersgaragen des »Fleethauses«, in dem, ehemals als Getreidespeicher genutzt, nach der Restaurierung heute Büroflächen untergebracht sind. Um einen städtebaulichen Kontrast zur örtlichen Blockrandbebauung zu bilden, ist besonders darauf geachtet worden, dass das etwa 100 m lange Bauwerk hermetisch nicht geschlossen ist. Diese Wirkung erzeugen die Außentreppen, welche die innere Aufteilung der Gebäudestruktur erahnen lassen und hervorheben. Die aufgehenden Baukörper beherbergen jeweils eine Wohnung pro Geschoss.

© Sebastian Glombik
© Sebastian Glombik

Die horizontale Erschließung zwischen diesen Wohnungen funktioniert mithilfe außenliegender Gänge, welche auch als Gemeinschaftsflächen fungieren können. Um die Kommunikation dieser Erschließungszonen zusätzlich zu fördern, befinden sich die Eingänge der Wohnungen immer im Küchenbereich. Auf der gegenüberliegenden Seite der Küche befindet sich jeweils ein weiteres bodentiefes Fenster, durch das Blickbeziehungen zu den freien Erschließungsfluren entstehen und diese offen und lebendig erscheinen. Hierdurch werden einladende Bereiche geschaffen, die nicht nur die Funktion bedienen, die eigene Wohnung auf direktem Weg zu erreichen. Im Boden eingelassene, vertikale Elemente, die sich an den großen Verglasungen befinden, sorgen zusätzlich für den Überblick über die Höhenentwicklung des Gebäudes.

Ein entscheidender Aspekt in der Planung des Wohnheims sollte es außerdem sein, seine Nachhaltigkeit zu garantieren. So sind beispielsweise die freie Struktur und reversible Grundrisse eine entscheidende Komponente der Umnutzbarkeit der Räumlichkeiten und somit der zukunftsorientierten Bauweise des Gebäudes. Außerdem wird dieser Anspruch durch energetische Aspekte, wie den Jahresprimärenergiebedarf und den Transmissionswärmebedarf von maximal 70% im Gegensatz zu vergleichbaren Objekten der EnEV 2009 erfüllt.

Insgesamt zeigt sich das Studierendenwohnheim als herausstechender Bau der Harburger Binnenlandschaft und unterstützt die urbane Entwicklung der Region und des »channel hamburg« auf effiziente Weise. Es gliedert sich durch seine Struktur in das Gebiet ein und bereichert es durch seine integrierte Handels- und Gastronomiefläche.

Baujahr
2015
Bauherr
Aurelius Verwaltungs GmbH
Fläche
10.000 m²
Standort
Schellerdamm 1-7
21079 Hamburg
Deutschland
Beteiligte
Oltmann & Partner, Oldenburg, Energie und Technik, Sittensen

Limbrock Tubbesing

Limbrock Tubbesing
Osterstrasse 86-90
20259 Hamburg
Deutschland

Weitere Projekte