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Wohnhaus Kulka | Pütz | Krüger

Bei ihrer Suche nach einem geeigneten Grundstück für ein Zweifamilienhaus mit integriertem Atelier entschieden sich Katrin Krüger und Peter Kulka von Peter Kulka Architektur für einen exzentrischen und dadurch besonders reizvollen Standort in der Dresdner Friedrichstadt. Gewünscht war von vornherein ein dynamisches Umfeld mit Entwicklungschancen, das mehr Abwechslung bietet als ein typisches Neubauviertel.

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und des Hochwassers im Jahr 2002 sind heute noch in der verhältnismäßig langsamen Bautätigkeit in diesem Gebiet spürbar, prägen aber auch den geforderten Charme. Die direkte Nähe zum Regional- und S-Bahnhof »Mitte« bietet eine hervorragende Anbindung an den ÖPNV, sorgt allerdings auch für ein recht hohes Lärmaufkommen und musste in der Planung ebenfalls besondere Beachtung finden. Aus diesem Grund und auch zugunsten einer äußerst klaren Form wurde an der Frontfassade auf Balkone verzichtet. Der Bau hebt sich in seiner modernen Schmucklosigkeit zwar stark von seiner gründerzeitlichen Nachbarbebauung ab, übernimmt aber dessen vertikale Gliederung und wirkt so nicht wie ein Fremdkörper. Seine drei sichtbaren Seiten sind in hellgrauen Kratzputz gehüllt, mit dem großzügige Aluminiumfenster bündig abschließen.

Als innenräumliches Konzept wurden zwei übereinandergeschichtete dreigeschossige Einfamilienhäuser erdacht. Die untere Partei wird von aus Beton gegossenen Umfassungswänden umschlossen und präsentiert durch ein großzügiges Schaufenster zur Straße hin das verglaste Atelier. Der obere Wohnbereich wurde dagegen aus Leichtbauelementen geschaffen und bietet ausreichend Platz für eine junge Familie. Die fehlenden Balkone werden durch einen Garten im Erdgeschoss und eine Dachterrasse in der sechsten Etage ausgeglichen. Eine verglaste Fuge in der Außenhaut hebt den schmaleren Gebäudeteil mit Treppenhaus, Fahrstuhl, Bädern und Hauswirtschaftsräumen von dem breiteren Teil ab, in dem die frei organisierten Wohnräume untergebracht sind.

Das Projekt zeichnet sich sowohl durch seine eindrucksvolle Eigenwirkung als auch durch seinen geschickten Umgang mit den Eigenheiten des Standorts aus. Zeitgemäße technische Verfahren reduzieren Lärmbelästigung, Sonneneinstrahlung sowie das Hochwasserrisiko auf ein Minimum und die bestimmende architektonische Form der Umgebungsbebauung wird durch dezente Linienführung geschickt in die kubische Wirkung des Neubaus integriert. Die ArchitektInnen schufen sich auf diese Weise einen charakteristischen Wohn- und Arbeitsplatz, der im engen Dialog mit seiner Umgebung steht für vielfältige zukünftige Nutzungen offen bleibt.

© Hans-Christian Schink
© Hans-Christian Schink
Baujahr
2015
Bauherr
Peter Kulka, Peter Pütz, Katrin Krüger
Fläche
432 m²
Standort
Weißeritzstrasse 50
01067 Dresden
Deutschland

Peter Kulka

Peter Kulka
Neusser Straße 27 -29
50670 Köln
Deutschland

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